Audi 100 LS

Erstzulassung am 5. April 1974
Oldtimer-Zulassung 23. Februar 2011
Zustand laut Wertgutachten von 2004: 1-2 (kein Rost, leichte Gebrauchsspuren)
Zustand laut Wertgutachten von 2011: 2+ (kein Rost, leichte Gebrauchsspuren)
Die Farbe heißt "Bermudagrün" (L64Z)

85 PS Mitteldruckmotor mit geregeltem Katalysator
und grüner "Umwelt-Feistaub-ich-fahre-überall-hin-Plakette"! (Duftet zart nach Marzipan)

Lenkradschaltung
ca. 102.000 km
Schwarze, gepflegte Kunstlederausstattung
Radio mit 1 (einem!) Lautsprecher und ohne iPod-Anschluss in der Mitte des Armaturenbretts.
Der Audi ist ein Zwischenmodell das so nur von August 1973 bis Juli 1974 gebaut wurde.

Merkmale hierfür sind die modernere Karosserie mit der weniger herunter gezogenen Motorhaube, den etwas größeren Rücklichtern und Schraubenfedern hinten. Die älteren Zutaten wie die einteiligen Stoßstangen, innenliegenden Bremsscheiben, und der alte 85 PS-Mitteldruckmotor mit untenliegender Nockenwelle und Lenkradschaltung stammen von der Modellreihe davor.
Er rollt auch noch auf den bisherigen Biederquerschnittreifen des Ballonformats 160 SR 14.

Der erste Besitzer (Herr Maurer, geb. 1911) hat ihn von Anfang an den Hohlraum versiegeln lassen (Glück Nr. 1) und es in den 20 Jahren auch nur im Sommer gefahren und war ansonsten in der Garage untergestellt (Glück Nr. 2-3). Seine Tochter (51) hat den sorgsamen Umgang weiter gepflegt, aber den Wagen schon 1996 an einen Herrn Simsek (48) verkauft, der es nach nur 4 Monaten an einen Herrn Saiedi (43) weiter gab. Der hat das Auto auch nur 2 Jahre behalten, bevor er es 1998 Herrn Khaliqi (22) verkaufte. Dieser überließ es 1999 dann Herrn Hess (60).

Dieser ließ dem Wagen eine neue Bermuda-Lackierung, einen geregelten Katalysator des Audi 100 Coupé Clubs Deutschland und ein paar kleine aber nützliche Modifikationen zukommen und er kam auch hinter das Geheimnis der großen Unzufriedenheit der Vorbesitzer und der daraus resultierenden, überwiegend sommerlichen Nutzung. Ein Masseband war auf Lack befestigt. Dadurch wurde die Batterie nicht ordentlich geladen und das Auto blieb im Winter eben stehen (Glück Nr. 4 ff). Ein Gutachter bescheinigte im Jahr 2004 dem Wagen einen Erhaltungszustand 1-2. Nun habe ich ihn im Februar 2011 erstanden.

Die folgende Überprüfung durch den TÜV ergab geringe Mängel (leicht unterschiedliche Bremswirkung an der Hinterachse und eingerissene Lenkmanschetten). Die Eignung zum historischen Fahrzeug wurde selbstverständlich ohne geringste Einschränkung festgestellt. Das neue Wertgutachten ist nun erstellt und bietet keine Überraschungen. Zustand 1-2 usw.

Der Fahrzeugbestand (inkl. der bis zu einem Jahr stillgelegten Fahrzeuge), der beim Kraftfahrtbundesamt gemeldet war, betrug Ende 2010 etwas mehr als 1100 Fahrzeuge.

Ein Traum in tiefem Blaugrün.

Nach nun fast 5.000 km und ordentlicher Buchführung darf ich mit Freude feststellen, dass sich der Benzinverbrauch bei richtiger Vergasereinstellung und gemütlicher Überlandfahrt zwischen (Achtung: jetzt kommts!) 7,6 l/100 km und 8,7 l/100 km einpendelt. Wenn allerdings die Kat-Steuerung spinnt oder infolgedessen an der CO-Schraube gedreht wurde, geht es auch mal über 10 l/100 km.
Motoröl genehmigt er sich ca. 0,5 l/1.000 km. Das ist durchaus in Ordnung. (27.5.2013)

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